Flaschennahrung

Falls Sie aus einem bestimmten Grund nicht stillen, so benötigt es eine alternative Milchnahrung im gesamten ersten Lebensjahr. 

 

  • Zwar ist es bisher nicht gelungen, Muttermilch durch ein Fertigprodukt gleichwertig zu ersetzen. Aber die im Handel erhältlichen Säuglingsmilchnahrungen bieten mehr Sicherheit als selbst zubereitete Milchnahrung. 
  • Sie sorgen für die verlässlich gute Ernährung des Babys und sind bei richtiger Zubereitung hygienisch einwandfrei.
  • Wenn Sie stillen und Säuglingsmilch nur zufüttern, geben Sie dem Baby erst die Brust und dann das Fläschchen.

 

Anfangsnahrung Pre- oder 1-Nahrung in den ersten Monaten bis zum ersten Lebensjahr

  • Anfangsnahrungen sind der Muttermilch so weit wie möglich angeglichen. Sie passe dabei zum Ernährungsbedürfnis von Säuglingen. 
  • Anfangsnahrungen mit der Bezeichnung „Pre“ sind der Muttermilch am ähnlichsten. Ihr Eiweißgehalt ist der Muttermilch angeglichen und sie enthalten als einziges Kohlenhydrat Milchzucker.
  • Milchnahrungen mit der Ziffer „1“ sind ebenfalls Anfangsnahrungen. Sie enthalten außer Milchzucker noch Stärke und sind daher sättigender. Beide Anfangsnahrungen können wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden. Sie sind von Geburt an und für das gesamte erste Lebensjahr geeignet.

 

Allergierisiko

Wenn in der engsten Familie (Vater, Mutter oder ältere Geschwister) bereits eine allergische Erkrankung wie Lebensmittelallergie, Asthma oder Neurodermitis vorliegt, hat auch das Baby ein erhöhtes Allergierisiko. Besprechen Sie in diesem Fall die geeignete Ernährung mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

 

  • Wenn Sie Ihr Baby bei einem erhöhtem Allergierisiko nicht oder nicht ausschließlich stillen, braucht es im 1. Lebenshalbjahr (mindestens bis zum Beginn des 5. Monats) eine sogenannte HA-Nahrung, das heißt hypoantigene bzw. hypoallergene Säuglingsmilch. Deren Zusammenstellung soll verhindern, dass der Organismus des Babys die enthaltenen Proteine als Fremdeiweiß identifiziert. 
  • Allergiereaktionen, die durch Fremdeiweiß mitbedingt sein können, lassen sich somit oft vermindern, verzögern oder im günstigsten Fall verhindern.

 

Wie bei normaler Säuglingsmilchnahrung bietet der Handel auch bei HA-Nahrungen Anfangsnahrungen („Pre“, „1“) und Folgenahrungen („2“) an. 

 

Besonderheit: bekannte Allergie des Säuglings

Falls schon eine Allergie beim Säugling nachgewiesen wurde, zum Beispiel gegen Kuhmilcheiweiß, dürfen HA-Produkte nicht mehr gegeben werden. Dann ist eine Spezialnahrung notwendig. Anders als HA-Nahrungen unterliegen solche hochgradig hydrolysierten Spezialnahrungen speziellen gesetzlichen Regelungen, sie sind teuer und nur in Apotheken erhältlich. Lassen Sie sich daher von Ihrem Kinderarzt bzw. Ihrer Kinderärztin beraten.